Guten Flug – Über elf Millionen für den Vogelschutz

Vögel rasten gern auf Masten. Ob diese sicher sind, hängt von der Bauweise ab. E.ON Bayern rüstet bis 2012 rund 35.000 Strommasten um.

E.ON Bayern nimmt den Vogelschutz ernst. Denn Tatsache ist: Für Vögel können Masten und Leiterseile je nach Konstruktion gefährlich werden. Besonders riskant sind sie für die großen Arten wie Störche, Greifvögel und Eulen. Bereits die Vorgängerunternehmen von E.ON Bayern haben sich deshalb seit den 80er-Jahren mit Vogelschutzverbänden abgestimmt und auf freiwilliger Basis Schutzmaßnahmen an Freileitungen durchgeführt, die sich in der Nähe von Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Brut-Arealen und bevorzugten Flugrouten befanden.

 

Bereits über 30.000 vogelsichere Masten

2002 verpflichtete das Naturschutzgesetz die Netzbetreiber, bestehende Mittelspannungsleitungen mit besonderem Gefahrenpotenzial innerhalb von zehn Jahren zu "entschärfen". Eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern des Bayerischen Umweltministeriums, des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft sowie der großen regionalen Netzbetreiber, verständigte sich darauf, die erforderlichen Umrüstungen nach einer Prioritätenliste abzuwickeln, die beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) in Auftrag gegebenen wurde.

"Darüber hinaus soll überall dort gehandelt werden, wo es vermehrt zu Unfällen kommt oder die Vögel ihr Brut- und Wanderverhalten geändert haben," erklärt Erwin Weber, Vogelschutzbeauftragter bei E.ON Bayern.  

  
In den ermittelten Prioritätsgebieten im Netzgebiet von E.ON–Bayern gibt es rund 30.000 als gefährlich eingestufte Masten.

Diese müssen – abhängig vom Masttyp – mit Abdeckhauben aus nicht leitfähigem Material, mit Isoliermanschetten oder Vogelabweisern gesichert werden.

 

Eine Mammut-Aufgabe, an der E.ON Bayern mit Hochdruck arbeitet:

Foto: Spezialisten von E.ON bayern montieren Abdeckhauben auf der Freileitung

"Rund 30.000 Masten wurden bis dato bereits entschärft. Von den 1.475 Prioritätsgebieten sind etwa 80 Prozent vollständig abgearbeitet. Insgesamt liegen wir gut im Zeitplan", so Weber. Der Vogelschutzbeauftragte steht in engem Kontakt mit dem LBV und lässt sich laufend über neue Standorte von Großvögeln und auch Todfunde informieren. "So können wir gezielt Maßnahmen ergreifen."
Bisher hat E.ON Bayern über 11 Millionen Euro in den Vogelschutz investiert, bis zum Fristenende im Jahr 2012 sind noch weitere Millionen eingeplant. "Das Thema ist bei E.ON Bayern ständig präsent, regelmäßig finden Treffen mit dem Bayerischen Staatsministerium und dem LBV statt."

Mehr Sicherheit für Adebar

 

Foto: Storchennest auf Mast

“Storchenvater“, diesen Namen hatte Michael Zimmermann schnell weg. Der Diplom-Physiker im Ruhestand setzt sich seit vielen Jahren für die Störche im Gebiet um Erlangen ein. So betreut er Storchennester und nimmt besonders schwache Jungtiere sogar mit zu sich nach Hause, um sie wieder aufzupäppeln. Mit dieser Aufgabe hat er alle Hände voll zu tun, denn die Jungvögel leben gefährlich. Am riskantesten sind die ersten Wochen im Nest: Weil die Altvögel achtlos weggeworfene Plastikfolien gern als Nistmaterial verwenden, kann sich bei Dauerregen das Wasser im Nest stauen – und die Storchenkinder drohen zu ertrinken oder zu erfrieren. In solchen Fällen leistet der „Storchenvater“Notfallhilfe.

 

Rettungsaktion für Storchenkinder

Eine Rettungsaktion der besonderen Art leitete Zimmermann ein, als im Weisendorfer Ortsteil Oberlindach zwei Störche ausgerechnet auf einem Holzmast des Niederspannungsnetzes nisteten. Im Nest saßen auch schon drei Storchenkinder.

Helfer in dieser Situation war E.ON Bayern. Die Monteure, die sonst Hausanschlüsse errichten oder Strom- und Gasleitungen warten, rückten mit einem geländegängigen Steigerfahrzeug an und versahen die Freileitungsseile im Bereich des Horstes mit Schutzschienen aus Kunststoff. Die Schienen machen die Freileitungen besser erkennbar und ermöglichen einen ungefährlichen Anflug auf das Nest. Zimmermann, der in puncto Vogelschutz bereits seit vielen Jahren Kontakt mit E.ON Bayern hat, freut sich über die gelungene Aktion: „Bei E.ON Bayern stoße ich mit meinen manchmal eher ungewöhnlichen Anliegen auf Verständnis. Man ist stets um Lösungen bemüht und stiehlt sich nicht aus der Verantwortung.“