Aus stillgelegten Trafostationen werden "Tierhotels"

Foto: Tierhotel

Statt sie abzureissen, stellt E.ON Bayern seit 1989 wegen des Abbaus von Freileitungen nicht mehr benötigte Transformatoren-Turmstationen zur Verfügung, die von örtlichen Naturschutzorganisationen zu Tierhotels umgebaut wurden. Seit Ende 2004 kooperiert E.ON Bayern mit dem Landesjagdverband Bayern (BJV) beim Natur- und Artenschutz. Turmstationen, die von der Lage und vom baulichen Zustand her geeignet sind, werden an die Wildland Gesellschaft, die Naturschutzorganisation des BJV, überschrieben und mit Unterstützung der örtlichen BJV-Kreisgruppen als Refugia für bedrohte Tierarten umgestaltet. Der BJV verfügt über das notwendige Fachwissen und die geeignete Infrastruktur, so dass eine durchgängige Betreuung der Tierhotels sichergestellt ist.
E.ON Bayern unterstützt den Umbau jeweils mit einem einmaligen Materialkostenzuschuss von 1.000 Euro.

 

Die Turmstationen werden entkernt und umgestaltet. Dann bieten sie Schlupfwinkel, Herberge, Überwinterungs- und Brutmöglichkeiten für verschiedene Tierarten. Welche neuen Mieter in den vakanten "Wohnungen" festes oder auch nur saisonales Quartier beziehen, lässt sich nicht genau vorhersagen. Beim Ausbau wird jedoch speziell darauf geachtet, dass sich gewisse Spezies durch den jeweiligen "Wohnungsschnitt" bzw. durch die "Möblierung" besonders angezogen fühlen.

 

Im "Penthouse" werden Einflugmöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen – dort ist es dunkel und warm, daher ideal geeignet als Wochenstube. Eine Holzverkleidung am Giebel bietet ebenfalls Unterschlupf als Sommerquartier für Fledermäuse. Einen Stock darunter liegen die Appartements für weitere Fledermausarten und Turmfalken. Auch andere Raubvögel wie die seltene Schleiereule gehört in den bis zu 15 m hohen Gebäuden zu den gern gesehenen Gästen. Außerdem sind meist mehrere "Suiten" für Mauersegler eingeplant. Halbhöhlenbrüter wie Hausrotschwänzchen, Bachstelze oder Mehlschwalbe finden eigens für sie vorbereitete "Bungalows" außerhalb des Hotelhauptgebäudes.

Ferner sind Nisthölzer mit verschieden großen Löchern für die selten gewordenen Wildbienen vorgesehen; weitere Insekten finden in Ritzen, Fugen und Verschlägen ein neues Zuhause. Im Keller bieten sich Nischen für Igel und schutzsuchende Reptilien, wie zum Beispiel Eidechsen oder Ringelnattern, oder Amphibienarten wie Erdkröten und Grasfrösche.

Foto: Tierhotel

Übergriffe der als Beutegreifer lebenden Hausbewohner auf die sich von Kleingetier oder Pflanzenkost ernährenden Nachbarn sind kaum zu befürchten. Zum einen sind die einzelnen Behausungen eindeutig voneinander getrennt, zum anderen herrscht bei Lebens- und Wohnraumnähe von Greifvögeln und potentiellen Beutetieren eine Art Burgfriede, das heißt, die Eulen und Falken gehen in der Regel nicht in unmittelbarer Nähe ihres Horstes auf Jagd.

 

 

Hotelkette "Zum Trafo" hat in Bayern 66 Filialen

 

Mittlerweile wurden 66 Stationen im Netzgebiet von E.ON Bayern als Unterkunft für bedrohte Tierarten umfunktioniert.