Energiereserve aus der Tiefe: Geothermie

Bild: Geothermietechnik

Geothermie nutzt die Kraft und Energie, die seit Jahrmillionen in unserer Erde gespeichert ist. Diese Energiequelle kann man zur Erzeugung von Wärme und Strom nutzen. Der Vorteil: Geothermische Kraftwerke decken dabei die Grundlast ab und können nach Bedarf geregelt werden. So tragen sie zur Versorgungssicherheit bei.

Zwar steht die Erdwärmenutzung in Deutschland noch am Anfang. Doch ihr Potenzial schätzen Experten dabei auf jährlich 300 Milliarden Kilowattstunden - bei einer nachhaltigen Nutzung. Zum Vergleich: 540 Milliarden Kilowattstunden betrug der gesamte Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2006.

Die natürliche, regenerative Energieform gilt mittlerweile als ernst zu nehmende Option für die zukünftige Energieversorgung. Gegenüber der Stromgewinnung aus Erdwärme hat sich hingegen deren Nutzung bereits durchgesetzt: Beim Heizen und Kühlen (Wärmepumpenheizungen) direkt oder mittels des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung, das dazu beitragen kann, Brennstoff einzusparen.





Erfolgsprojekt Braunau-Simbach

70 bis 80 geplante oder bereits begonnene Geothermieprojekte gibt es derzeit in Süddeutschland; das Gesamt-Investitionsvolumen beträgt rund zwei Milliarden Euro. Den Projekten ist eines gemeinsam: Je tiefer man in die Erdkruste bohrt, desto stärker steigt dort die Temperatur an. Diese so genannte Tiefengeothermie nutzt E.ON Bayern seit 1996. In diesem Jahr startete das Geothermieprojekt Braunau-Simbach, ein deutsch-österreichisches Fernwärmeprojekt. An das 35 km lange Fernwärmenetz sind derzeit 750 Gebäude mit rund 5.000 Haushalten angeschlossen. Im Vergleich zu einer Ölheizung sparen die Beteiligten jährlich rund 16.000 Tonnen CO2 ein.

Kraft aus dem bayerischen Molassebecken

Stimmen die geologischen Gegebenheiten, dann steht der Realisierung eines Geothermie-Kraftwerks nichts mehr im Wege. Als bundesweit erstes hydrothermales, geothermisches Strom- und Wärmeerzeugungsprojekt baut die Gemeinde Unterhaching bei München derzeit ein Geothermie-Kraftwerk. Aus gut drei Kilometern Tiefe wird 120 Grad heißes Wasser an die Erdoberfläche gepumpt und zur Stromerzeugung sowie zum Heizen genutzt. Der gewonnene Strom wird in das Netz von E.ON Bayern eingespeist.

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